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Sind Alexa und Co. ein Sicherheitsrisiko?

Sind Alexa und Co. ein Sicherheitsrisiko?

Simpego 25.07.18 Ø 3 Min. Lesezeit

Sie heissen Alexa, Siri oder Bixby und sind fester Bestandteil vieler Haushalte. Die Rede ist von intelligenten digitalen Sprachassistenten. Die cleveren Helfer sollen den Alltag erleichtern: auf Sprachkommando spielen sie Musik von Streamingdiensten ab, sagen dir wie das Wetter wird oder legen Kalendereinträge an. Dass die Sprachassistenten aber nicht nur Segen sind, zeigt die momentane Diskussion über die Sicherheit und den Datenschutz der Geräte. Denn es bestehen berechtigte Fragen darüber, ob diese Haushaltsgehilfen immer mithören, was mit den Daten des Users passiert und ob die Geräte gehackt werden können? Wir beantworten dir die dringendsten Fragen zur Sicherheit der Sprachassistenten.

 

Hört der Sprachassistent immer mit?

Ein Punkt, der von Kritikern immer wieder hervorgehoben wird, ist die Tatsache, dass du dir mit einem Sprachassistenten quasi selber eine Wanze ins eigene Wohnzimmer holst. Alexa und Co. können all unsere Gespräche aufzeichnen und an Amazon, Google oder Apple weiterleiten, so der Vorwurf. Doch stimmt das wirklich? Tatsächlich hören die smarten Assistenten permanent zu, aber sie zeichnen nichts auf. Erst wenn du sie per Sprachbefehl aktivierst – indem du zum Beispiel das Wort «Alexa» sagst - werden die Sprachbefehle aufgezeichnet und verarbeitet.

Natürlich besteht aber immer die Gefahr, dass der smarte Butler aus Versehen aktiviert wird und dann ohne dein Wissen Aufnahmen macht. Zwar zeigt der Sprachassistent an, wenn er Daten überträgt (z.B. aufblinken). Doch bis du das bemerkt hast, kann es sein, dass du bereits wichtige Informationen laut ausgesprochen hast. Wenn du das verhindern möchtest, solltest du das Gerät ganz ausschalten, oder eben keine wichtigen Daten, wie Kontonummern, laut aussprechen.

Was passiert mit meinen Daten?

Damit die Verarbeitung der Daten möglich ist, müssen die Aufnahmen vom Sprachassistenten an die firmeneigenen Server geschickt und analysiert werden. Datenschützer bemängeln, dass dieser Prozess nicht transparent genug sei. Inwiefern die Daten von den Internetriesen verarbeitet werden, ist nämlich nicht klar. Es ist aber zu bezweifeln, dass die Hersteller alle Gespräche bis ins Detail auswerten. Zwar sind die Unternehmen daran interessiert, möglichst viel über den User zu erfahren, um ihm massgeschneiderte Produkte und Werbung anbieten zu können. Es ist aber zu bezweifeln, dass die Konzerne relevante Informationen aus privaten Gesprächen erhalten.

Um alle Konversationen analysieren zu können, wäre ein massiver Einsatz von Ressourcen nötig. Es scheint daher unwahrscheinlich, dass deine Daten bis ins letzte Detail untersucht werden.

Leider hören hier die guten Nachrichten schon auf: Obwohl die Schreie nach «Big Brother is watching you» etwas übertrieben scheinen, ist es Tatsache, dass Amazon und Co. trotz allem eine Menge deiner Daten speichern. Der Sprachassistent übermittelt beispielsweise, welche Musik du gehört hast, was du zuletzt gegoogelt hast oder welche YouTube-Videos du dir angeschaut hast. Falls andere Smart Home-Geräte mit dem Sprachassistenten verknüpft sind, werden auch deren Infos an die Server der Unternehmen geschickt.

Die Daten werden von Google und Amazon so lange gespeichert, bis du selber die Daten löschen lässt. Lediglich bei Apple werden die Daten nach zwei Jahren gelöscht, ohne dass du selber aktiv werden musst.

Kann mein Sprachassistent gehackt werden?

Die Unmut, dass sich Kriminelle mit Hackerfähigkeiten die Sprachassistenten zunutze machen könnten, um an Daten zu kommen, ist nicht ganz unberechtigt. Erst kürzlich haben Forscher aufgezeigt, dass sich Sprachassistenten manipulieren lassen. Sie konnten für das menschliche Ohr unhörbare Sprachbefehle in Songs und Hörbüchern verstecken, um damit unbemerkt den Sprachassistenten zu steuern.

Die Art und Weise, wie die Geräte gehackt wurden, ist zwar sehr aufwändig und bisher auch nur im Labor angewendet. Die Beispiele beweisen aber, dass die Sprachassistenten Sicherheitslücken aufweisen. Lücken, die auch von Kriminellen missbraucht werden könnten.

Ein aufsehenerregender, wenn auch sehr harmloser Fall von Sprachassistenten-Manipulation wurde von der Fast-Food-Kette Burger King aufgezeigt. In einer Werbung überlistet ein Mitarbeiter des Burgerriesen den Google Assistant, indem er ihn per Sprachbefehl dazu auffordert, den Wikipedia-Eintrag des Whopper-Burgers vorzulesen: https://www.youtube.com/watch?v=n5lj63-nc5g

Fazit: Soll ich mir einen Sprachassistenten kaufen?

So gefährlich, wie Sprachassistenten gerne von Datenschützern dargestellt werden, sind sie (noch) nicht. Zwar bestehen Fragen betreffend Speicherung der Daten und dauerhafter Überwachung, aber die kleinen Lautsprecher mit Wanzen gleichzusetzen erscheint etwas weit hergeholt. Die Geräte zeichnen erst auf, wenn du sie aktivierst.

Offensichtlich rücken aber Sicherheitsfragen und Datenschutz in den Hintergrund, wenn es darum geht, uns das Leben einfacher zu machen. Anders ist der Erfolg der Sprachassistenten nicht zu erklären. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2022 in 66 Millionen amerikanischen Haushalten ein Sprachassistent stehen wird. Hier tut sich ein potentielles Einfallstor für Cyber-Kriminelle auf. 

Am Ende bist du immer selbst dafür verantwortlich, wie viel du von dir preisgibst. Wie so oft stellt sich die Frage, wie viel Privatsphäre du zugunsten der Bequemlichkeit aufgeben möchtest. Willst du auf Nummer sicher gehen, solltest du die Geräte ganz ausschalten – oder dir gar keinen Sprachassistenten zulegen.

Leider können wir bei Simpego auch keine digitalen Sicherheitslücken schliessen. Aber bei uns kannst du dich und deine Liebsten für alle Situationen absichern. Schau dir unser Angebot an.

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