Die Story zur grossen Reise: Die Sache mit dem Französisch

Die Story zur grossen Reise: Die Sache mit dem Französisch

Zum Französischlernen in die Karibik? Aber sicher! Unsere Gastbloggerin Katja Fässler teilt ihre Erfahrungen mit Leben, Leuten und Kuriosem auf Guadeloupe mit dir. Im Teil 1 hatte sie Schwierigkeiten damit, auf der Insel von A nach B zu kommen. Im zweiten Teil der Serie sagt sie dir, warum in ihrer Sprachschule nicht nur Laissez-Faire angesagt war. 

Da stand ich nun also. Ohne meinen Führerausweis. Dafür aber mit einem Dokument, das die Fachbegriffe aus dem Deutschen in verschiedene Sprachen übersetzt. Na toll. Glücklicherweise sind die Menschen in der Karibik nicht halb so bürokratisch wie wir Schweizer. “Geht schon, ça marche”, sagte die Frau von der Fahrzeugvermietung und drückte mir mit einem Augenzwinkern den Schlüssel in die Hand.

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Bescheidene Lernfortschritte

Von da an lief es vorerst mal gut. Mit zwei Mitschülerinnen aus Zürich erkundete ich die Insel. Am ersten Wochenende setzten wir mit der Fähre auf die benachbarte Inselgruppe “Les Saintes” über und verbrachten dort den Tag. Wir klapperten verschiedene Strände auf unseren Scootern ab, schlürften frische Kokosnussmilch und schlugen uns mit unserem wackligen Französisch durch. Die Tatsache, dass wir alle Schweizerinnen waren, half bei unseren Lernfortschritten nicht unbedingt weiter, denn natürlich unterhielten wir uns nur in unserer Muttersprache.

Ich bemühte mich, zumindest mit den Einheimischen immer auf Französisch zu sprechen, wenn auch die Versuchung gross war, in komplizierten Angelegenheiten einfach mal ins Englische zu wechseln. Doch grösstenteils war das gar nicht möglich. Viele Inselbewohner beherrschen nämlich ausschliesslich ihre Muttersprache.

Das Problem war nicht das Verstehen, sondern das Sprechen

Zu meinem Erstaunen hatte ich die Guadeloupianer vom Akzent her immer gut verstanden. Vor Beginn meiner Reise stellte ich mir vor, dass ich wohl eher Kreolisch statt Französisch lernen würde. Ich sollte mich täuschen. Gerade die Gastmütter und natürlich auch die Lehrer waren stets um ein klares, akzentfreies Französisch bemüht. Sie sprachen zudem immer schön langsam mit uns, ich konnte praktisch jeder Konversation ohne Weiteres folgen.

Das Problem war aber auch nicht das Verstehen, sondern das Sprechen. Doch Fortschritte machten sich schnell bemerkbar. Wer jeden Tag eine Sprache hört, dem fällt es irgendwann leichter, sie anzuwenden. Ich begriff jedoch, dass ein Monat dafür nie im Leben reichen würde.

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Ein bisschen Quälen muss sein

Meine Lehrerin, Florence, schenkte mir ein Buch aus ihrer Jugend und ermutigte mich, es nach meinem Aufenthalt weiter zu lesen, um das Gelernte nicht so schnell wieder zu vergessen. Mit ein wenig Kontext und dem Wortschatz, den ich mir bisher angeeignet hatte, verstand ich die Geschichte im Grossen und Ganzen, ohne ständig im Wörterbuch blättern zu müssen. Ich war froh, dass Florence so strikt mit mir war. Ich hatte mir vieles nicht zugetraut, doch sie scheute sich nicht davor, mich ein wenig zu quälen.

Eines Tages bat sie mich, ihr einen Text vorzulesen. Dann forderte sie mich auf, denselben Text nochmals zu lesen, diesmal die Verben jedoch mündlich ins Plus-que-parfait zu konjugieren. Das Gleiche tat ich dann auch noch im Futur, im Imperativ und im Präteritum. Zugegeben: Ich hätte in dem Moment losheulen können. Doch Florence hatte mich durchschaut: Ihr war klar, dass ich ein Mensch bin, der unter Druck besser arbeitet.

Ich hatte grundsätzlich nie das Gefühl, auf Guadeloupe in Gefahr zu sein, mit Ausnahme von zwei Situationen

Druck ist die eine Sache, doch Angst ist eine andere. Und nein, es geht jetzt nicht mehr ums Sprachenlernen. Ich hatte grundsätzlich nie das Gefühl, auf Guadeloupe in Gefahr zu sein, mit Ausnahme von zwei Situationen: Einmal, als mich zwei streunende, grosse Hunde bis vor die Haustüre verfolgten und das andere Mal, als ich in der Nacht alleine vom Strand nach Hause lief. Schon der Schulweg allein war bei Tageslicht hin und wieder etwas unangenehm. Die Männer reagieren oft sehr aufdringlich auf Frauen, die alleine unterwegs sind. Sprüche auf kreolisch (die ich zum Glück nicht verstand) und merkwürdige Zischgeräusche, als wäre man eine Katze, waren an der Tagesordnung. Doch in jener Nacht ging ein Mann, der mit seiner Clique an der Strassenecke herumlungerte, noch einen Schritt weiter: Er rannte mir nach.

Kann ich mich wehren? Und werden mich weitere Probleme erwarten? Solche, die aber nicht nur mich, sondern die ganze Insel betreffen? Nächste Woche erfährst du es.


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